Adaptive Lernangebote durch AI: Vom Personalentwickler zum Datenkurator

Vor kurzem habe ich mir das neue Notebook LM mit seiner innovativen Podcast Funktion angesehen. Dabei kam mir eine Frage in den Sinn: 

Wie könnten wir solche Technologien in Zukunft für Lernangebote in Unternehmen nutzen? Und welchen Einfluss hat das auf das adaptive Lernen?

Um das Thema adaptives Lernen sofort praktisch erlebbar zu machen, habe ich diesen Blogbeitrag nicht nur in Textform verfasst, sondern die Quelldatei auch als Podcast und Erklärvideo generiert. So könnt ihr selbst wählen, wie ihr euch die Inhalte am liebsten aneignet. Es ist mein Versuch, das geschriebene Wort direkt in die Tat umzusetzen und bietet euch gleichzeitig die Flexibilität, das Lernen an eure Bedürfnisse anzupassen.

Erstellt mit NotebookLM

Erstellt mit Synthesia

Die Flut neuer KI-Anwendungen

Wir werden regelrecht von unterschiedlichen KI-Anwendungen überrannt. Täglich erhalte ich Anfragen von Unternehmen aus dem L&D-Bereich, die mir ihre neuen, innovativen Produkte zur schnelleren und effizienteren Trainingserstellung präsentieren möchten. Wer soll da noch den Überblick bewahren und wissen, wo man investieren und wie sich die Abteilung strategisch in Zukunft positionieren soll?

Gleichzeitig scheint es nicht mehr so weit entfernt, dass künstliche Intelligenz unser Lernen fundamental verändert. Wer weiß, ob die heutigen Tools in einem Jahr noch relevant sein werden?

Ich möchte hier keineswegs gegen Toolanbieter wettern. Die Frage, die wir uns jedoch aus Personalentwicklungssicht stellen müssen, ist: Wo bewegen wir uns strategisch hin und welche Aufgaben werden wir als PE übernehmen – und das toolunabhängig!

Notebook LM als Teil der Toollandschaft

Auch Notebook LM reiht sich in die bestehende Toollandschaft ein und zeigt gleichzeitig eine weitere Dimension des adaptiven Lernens als Zukunftsmusik. E-Learnings aus einer Quelldatei (PDF, Word etc.) zu generieren, ist inzwischen nichts Neues mehr – die Qualität variiert jedoch stark. Aber mit Notebook LM kann aus einer einzigen Quelldatei sogar ein Podcast in Minuten generiert werden. Abgesehen davon, dass die AI-generierte Stimme dabei nochmals einen qualitativen Schritt nach vorne gemacht hat, finde ich diese Möglichkeit in Bezug auf adaptives Lernen faszinierend.

Ein Gedankenexperiment: Die Rolle des Personalentwicklers im Jahr 2030

Stellen wir uns vor – Im Jahr 2030 baut sich unser Arbeitsleben im Unternehmen um eine HR-Plattform auf. Diese Plattform integriert einen persönlichen KI-Assistenten – nennen wir ihn Will – der uns bei unserer täglichen Arbeit zur Seite steht. Er übernimmt schon seit vielen Jahren Routinetätigkeiten wie Meeting-Aufzeichnungen und Zusammenfassungen, hilft bei der Administration unserer E-Mails und erledigt allgemeine Routineaufgaben. Doch er kann noch viel mehr.

Will kennt uns. Er weiß, wer wir sind, welches Vorwissen wir haben, kennt unsere Präferenzen, Stärken und Schwächen – ja, sogar unsere Karrierewünsche. Der Assistent weiß, wie wir am besten lernen und was wir noch lernen sollten, um in unserer Karriere (es hat sich inzwischen eine Mosaikkarriere etabliert) weiterzukommen. 

Unser Assistent definiert mit uns gemeinsam SMARTe Lernziele nach der Bloomschen Taxonomie. Er legt fest, ob wir Inhalte wissen, anwenden oder transformieren sollen. Je nach Lernziel und bevorzugter Lernmethode – sei es Podcast, Erklärvideo, E-Learning, Diskussion oder Übungsaufgabe – transferiert er die Inhalte so, dass sie uns im Lernprozess individuell am besten unterstützen. Learning on Demand, mit der jeweiligen richtigen Lernmethode, zum richtigen Zeitpunkt, ermöglich einen viel höheren Wissenstransfer.

Will revolutioniert im Jahr 2030 grundlegend, wie wir arbeiten und lernen. Indem er Routinetätigkeiten übernimmt, gibt er uns mehr Zeit für strategische und kreative Aufgaben. Er ist mehr als nur ein Assistent; er ist ein Schlüssel zur Steigerung von Effizienz, Wachstum und Erfolg.

Was bedeutet dieses Gedankenexperiment für die Gegenwart?

Die Veröffentlichung des neuen Features von NotebookLM hat mir gezeigt, dass wir uns diesem Gedankenexperiment schneller annähern als gedacht. Es dauert nicht mehr lange, bis wir unseren KI Systemen in den Unternehmen Quelldateien zur Verfügung stellen können, die diese je nach Lernziel in die bevorzugte individuelle Lernmethode übersetzen. 

Quasi Lernen auf Knopfdruck. Ich stehe vor einer aktuellen Herausforderung und mein KI Assistent hilft mir die nötigen Kompetenzen per Knopfdruck genau dann, mit der nötigen Lernmethode zu lernen, wenn ich es benötige. Das revolutioniert die gesammelt Thematik Rund um Lebenslanges lernen und die Personalentwicklung. Und was macht dann noch der Personalentwickler?

Was bleibt der Personalentwicklung übrig?

Wir müssen hier stark zwischen zwei Dimensionen von Lernangeboten unterscheiden:

1. Von KI generierte Lernangebote

Lernen auf Knopfdruck aus einer Quelldatei heraus.

Je mehr E-Learnings, Podcasts, Erklärvideos etc. KI für uns per Knopfdruck generiert, desto weniger müssen wir uns selbst um Storyboards kümmern. Unsere Aufgabe wird sich stärker auf die Qualitätssicherung der Quelldateien verlagern. Data Literacy wird wichtiger denn je! Wir müssen die Dateien in den richtigen Zusammenhang bringen, sie korrekt strukturieren und aufgliedern. Aktualität der Daten, die richtige Form der Speicherung und das Zusammenspiel von KI und Datenquelle sind entscheidend für den Outcome.

Schlüsselkomponenten

Die KI wandelt strukturierte Daten in verschiedene Lernformate um, angepasst an das Lernziel und die Präferenzen des Nutzers.

Durch Algorithmen werden Inhalte auf das Vorwissen, die Lernziele und den bevorzugten Lernstil des Einzelnen abgestimmt.

Unsere Rolle verschiebt sich hin zur Qualitätssicherung der Quelldateien. Wir müssen Daten korrekt strukturieren, aktualisieren und in den richtigen Kontext setzen.

Kontinuierliche Überprüfung der KI-generierten Inhalte auf Aktualität, Relevanz und Genauigkeit.

Vorteile

Schnellere Bereitstellung von Lerninhalten ohne manuellen Aufwand für Storyboards oder Content-Erstellung.

Große Mengen an Lernmaterial können zeitgleich für unterschiedliche Zielgruppen generiert werden.

Inhalte können in Echtzeit an veränderte Anforderungen oder neue Erkenntnisse angepasst werden.

2. Von Menschen erstellte Lernangebote

Lernangebote, in denen echte Menschen mit echten Menschen interagieren – wie Podcasts, Gruppendiskussionen, Podiumsdiskussionen, Erfahrungsaustausch, Mentoring etc.

Überall dort, wo menschliche Interaktion erforderlich ist, bleiben wir unersetzlich. Auch wenn KI hier eine unterstützende Rolle einnehmen wird, bedienen wir uns bekannter Methoden, die bereits heute zum Einsatz kommen.

Je nach Lernziel können diese Dimensionen in unterschiedlichen Lernmethoden kombiniert und in Lernpfade integriert werden.

Schlüsselkomponenten

Workshops, Seminare, Mentoring-Programme und kollaborative Projekte.

Direkter Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen Kolleginnen und Kollegen.

Trainer und Moderatoren können flexibel auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden eingehen.

Förderung von Empathie, Kommunikationsfähigkeit und sozialer Kompetenz.

Vorteile

Persönliche Interaktion ermöglicht ein tieferes Verständnis und nachhaltiges Lernen.

Stärkung des Teamgeists und der Unternehmenskultur durch gemeinsame Erfahrungen.

Direkte Rückmeldung und gezielte Unterstützung durch Mentoren oder Coaches.

Die Vision: Adaptives Lernen per Knopfdruck

Die Vision ist klar: Die KI übernimmt die aufwendige Arbeit der Anpassung und Individualisierung, während wir als Personalentwickler die grundlegende Qualität und Genauigkeit der Lerninhalte sicherstellen. Dadurch entsteht ein dynamisches, adaptives Lernsystem, das jedem Mitarbeiter genau das liefert, was er braucht – und das alles per Knopfdruck.

Natürlich wird es unsere Aufgabe sein, diese Systeme kontinuierlich zu überwachen und sicherzustellen, dass die Inhalte korrekt und aktuell bleiben. Doch was die Methodik und die Auslieferung betrifft, eröffnet uns die KI eine neue Dimension des Lernens: schnell, individuell und effizient.

Sind wir bereit für den Wandel?

Die spannende Frage bleibt: Sind wir als Personalentwickler bereit für diesen Wandel? Was müssen wir tun, um auf diese technologische Zukunft vorbereitet zu sein? Denn eines ist sicher: KI wird unser Lernangebot nicht nur bereichern, sondern grundlegend transformieren.

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