Altes Eisen? Wer braucht noch Corporate Learning im Zeitalter der KI? – Corporate Learning Stammtisch in Graz am 7.3.2024

In einem Café in Graz, fernab vom sterilen Büroambiente, fand sich eine kleine, doch erlesene Runde von Corporate Learning Begeisterten zusammen. Parallel dazu fand sich eine zweite Gruppe im Raum Wien. Räumlich getrennt hatten wir dennoch das gleiche Ziel – Eine spannende Frage zu ergründen: „Altes Eisen? Wer braucht noch Corporate Learning im Zeitalter der KI?“ 

Braucht es diese Auseinandersetzung überhaupt? - KI ist doch jetzt in aller Munde und wird als Allheilmittel gepriesen. Oder nicht?

Nachdem wir in den vergangen Monaten sehr oft mit dem Thema KI im Bereich Corporate Learning konfrontiert wurden und es oft den Anschein macht, als würden KI Tools Corporate Learning “die Arbeit wegnehmen”, wollten wir ein tiefgehendes Verständnis dafür entwickeln, wie Corporate Learning in der Ära der künstlichen Intelligenz nicht nur überleben, sondern auch florieren kann. Ausgerüstet mit einer elektrostatischen Flipchartfolie, verwandelten wir die Caféwand in den Kernpunkt einer Diskussion rund um KI.

Unser Abend nahm seinen Anfang mit einem „Impromptu-Networking“ aus dem Repertoire der Liberating Structures, die uns sofort in die zentralen Fragestellung führte. Nachdem wir die Vielzahl der Gedanken gesammelt und in Gruppen geclustert hatten, kristallisierte sich ein duales Bild auf der Wand des Cafe’s, das uns ermöglichte, die zwei Themen in Beziehung zueinander zu setzen.

Schnell wurde klar – KI ist ein mächtiges Werkzeug, doch gegenüber steht eine ebenso mächtige Kultur innerhalb einer Organisation – Corporate Learning. Corporate Learning schafft eine Kultur des Lernens und Entwickelns in Organisationen. Ein Mindset, das offen für Veränderung und Fortschritt ist. KI, weit entfernt davon Corporate Learning obsolet zu machen, bietet sich als kraftvolle Unterstützung an, um Lernprozesse und Entwicklung voranzutreiben. 

Corporate Learning bildet also den Rahmen! Gefallen ist dabei ein Satz, der mir sehr gut gefallen hat: “Wer als Unternehmen ein strategisches Ziel hat, der muss seine Leute dazu enablen das Ziel erreichbar zu machen” – hier setzt Corporate Learning an.

KI hingegen ist ein Instrument/Werkzeug! Sie basiert auf der Analyse von Daten und Wahrscheinlichkeiten, um Muster zu erkennen und Vorhersagen zu treffen. Daher ist KI keine Wundertüte, sondern ein Werkzeug, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Lernprozessen unterstützen kann, indem es personalisierte Lerninhalte bereitstellt oder effiziente Wege zur Wissensvermittlung aufzeigt. Indem KI gezielt dort eingesetzt wird, wo sie den größten Nutzen bringt, kann sie die Effektivität von Corporate Learning-Initiativen erhöhen und zur Erreichung der strategischen Unternehmensziele beitragen. Klar ist, KI kann uns helfen, wenn sie richtig eingesetzt wird!

Wie integriere ich das Tool in das Mindset?

Nachdem wir die Unterschiede ausgearbeitet hatten, Stellen wir uns der nächsten Frage: Wie integrieren wir KI nahtlos in das Mindset einer lernenden Organisation? In einem weiteren Brainstorming kamen wir zu dem Konsens: 

KI muss zunächst strategisch in die Unternehmensziele eingebettet werden, bevor wir über spezifische Maßnahmen und Schulungen nachdenken können.

Doch wie macht man KI-Tools "Corporate Learning-fit"?

Um KI-Tools optimal in Corporate Learning-Strategien zu integrieren und sie effektiv für die Personalentwicklung nutzbar zu machen, bedarf es mehr als nur das “Herumprobieren und Experimentieren” in dem einen oder anderen Tool.

1. Dort wo Strategie entsteht - Platz am Tisch der Entscheider

Die Integration von KI in die Unternehmensziele beginnt auf strategischer Ebene. Entscheidend ist, dass Corporate Learning von Anfang an in den strategischen Entscheidungsprozessen verkörpert wird. Dies gewährleistet, dass die Ziele des Unternehmens von den Möglichkeiten und Innovationen, die KI bietet, von der Basis aus unterstützt werden können. Eine klare Strategie, die KI als integralen Bestandteil der Unternehmensvision betrachtet, bildet das Fundament für eine erfolgreiche Implementierung.

2. Mobilisierung der Führungskräfte - Führungskräfte in der Key Position

Die Rolle der Führungskräfte in diesem Prozess kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie sind es, die die strategische Vision in konkrete Aktionen und Ziele für ihre Teams umsetzen. Daher ist es essenziell, sie frühzeitig in den Planungsprozess einzubeziehen, damit sie die KI-Strategie verstehen, akzeptieren und in ihre jeweiligen Abteilungspläne integrieren können. Ihre Aufgabe ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem Innovationen gedeihen können und die Mitarbeiter ermutigt werden, neue Technologien anzunehmen und zu nutzen. 

Hierbei geht es weniger um ein Top-down, als mehr die Erweiterung eines Mindsets, um im Nachgang partizipativ an neuen Ideen und Produktmöglichkeiten zu arbeiten, die Bottom-up entwickelt werden können.

3. Erweiterung durch partizipative Gestaltung - Einbindung von Early Adopters

Nachdem die strategischen Leitblanken gestellt sind, wird der Innovationsprozess durch die aktive Einbindung von Early Adopters unter den Mitarbeitern weiter vorangetrieben. Early Adopters helfen dabei, die Möglichkeiten der KI-Tools zu bewerben. Sie fördern und beschleunigen die Akzeptanz im Unternehmen, indem sie ihre Kolleg:innen durch Beispiel und Überzeugung mitreißen. Indem man diesen Mitarbeiter:innen die Möglichkeit gibt, an der Gestaltung und Entwicklung von KI-gestützten Lernlösungen mitzuwirken, fördert man nicht nur die Akzeptanz der Technologie, sondern auch die Entstehung maßgeschneiderter Lösungen, die spezifische Bedürfnisse und Herausforderungen des Unternehmens adressieren.

4. Schulung und kontinuierliche Bildung

Sobald die strategische Einbettung von KI und die Mobilisierung der Schlüsselpersonen erfolgreich sind, ist es an der Zeit, den Fokus auf die Entwicklung von spezifischen Maßnahmen und Schulungen zu legen. Dies beinhaltet die Gestaltung von Trainingsprogrammen, die nicht nur technische Fähigkeiten vermitteln, sondern auch das Verständnis und die kritische Auseinandersetzung mit KI fördern. Ziel ist es, ein umfassendes Bewusstsein für die Möglichkeiten und Grenzen von KI zu schaffen und gleichzeitig ein Klima des lebenslangen Lernens zu etablieren.

Oft gehen wir in Unternehmen jedoch den umgekehrten Weg und starten mit Schulungen 🙂

Was bedeutet das alles für uns, die Personalentwicklung?

Wir sind das entscheidende Bindeglied! Es ist unsere Aufgabe, an der Seite der Entscheidungsträger zu stehen und von Anfang an bei der Ausarbeitung der Strategie mitzuwirken. Wir gestalten Führungsprogramme, die genau auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten sind, und befähigen Führungskräfte, diese Vision umzusetzen. Wir schaffen die Rahmenbedingungen und Methoden für eine partizipative Gestaltung und sind die treibende Kraft, die das Potenzial jedes Einzelnen freisetzt.

Daher ist für uns klar – Corporate Learning ist kein „altes Eisen“, sondern eine unverzichtbare Säule der modernen Unternehmen, die im Zeitalter der KI nicht nur bestehen, sondern auch glänzen möchten. 

Die Stammtische in Graz, als auch in Wien, waren wieder sehr inspirierend und ich freu mich bereits auf den nächsten Stammtisch, bei dem wir am 20.06.24 wieder unsere Köpfe zu einem neuen Thema zusammenstecken können. 

Fühlt euch eingeladen beim nächsten Mal dabei zu sein!

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