Augmented Intelligence – eine neue Rolle im eigenen Team

In der heutigen Geschäftswelt, die von digitaler Transformation und rasanten technologischen Entwicklungen geprägt ist, steht ein Thema besonders im Fokus: die Künstliche Intelligenz. Ihr enormes Potenzial beeinflusst nicht nur, wie wir Geschäfte machen, sondern hinterfragt auch unsere Rolle im Unternehmen. Anstatt dieser Entwicklung mit Skepsis zu begegnen, sollten wir überlegen, wie wir KI effektiv in unsere Teams integrieren können. Das bedeutet sowohl fundierte Schulungen als auch die Akzeptanz aller Teammitglieder und eine klare Rollendefinition.

KI: Mehr als ein flüchtiger Trend

Wie im letzten Blogbeitrag erwähnt, ist KI kein bloßer Hype. KI-Technologien haben in den letzten Jahren deutlich gemacht, dass sie weit über einen kurzlebigen Trend hinausgehen. Von maschinellem Lernen bis hin zu fortschrittlichen Algorithmen – die Möglichkeiten der KI sind beeindruckend. Unternehmen, die den Schritt gewagt haben und KI-Modelle einsetzen, berichten von signifikanten Verbesserungen. Und davon gibt es täglich mehr – die Einführung eines firmeninternen ChatGPT vom Drogeriemarkt dm oder Bosch war erst der Anfang. Das Rollout solcher firmenweiten Systeme hat ein Ziel – die Steigerung der Effizienz durch Augmented Intelligence.

Augmented Intelligence: Schon wieder so ein neuer Begriff?

Augmented Intelligence, übersetzt erweiterte Intelligenz, bezieht sich auf die Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten durch den Einsatz von Technologie, anstatt sie zu ersetzen. Im Gegensatz zur reinen Künstlichen Intelligenz, die autonom agiert, liegt der Fokus von Augmented Intelligence in der Zusammenarbeit. Hier wird die menschliche Intuition und Kreativität durch maschinelles Lernen und Datenanalyse ergänzt und gestärkt. Das Hauptziel ist es, Entscheidungsfindungen, Problemlösungen und kreative Prozesse durch die Kombination menschlicher und maschineller Fähigkeiten zu optimieren. Daher sind Schulungen für jedes Unternehmen unerlässlich. Aber auch die Rollenverteilung im Team muss neu bedacht werden – KI muss als Teammitglied in ein bestehendes Team integriert werden und schreit daher nach einer Rollendefinition!

Die KI als Teammitglied

Wenn wir über die Rolle der KI in einem Team nachdenken, bietet die Team-Rollen-Theorie von Meredith Belbin interessante Perspektiven. Er identifizierte verschiedene Rollen für ein effektives Team. Je nach ihrer Spezialisierung könnten KIs diese Rollen übernehmen. Eine KI, die sich auf Datenanalyse spezialisiert hat, könnte die Rolle des „Spezialisten“ übernehmen, während eine andere KI Rolle als „Projektmanager“ einbringt.

Aber eines ist dennoch klar – Der menschliche Aspekt bleibt zentral! Menschliche Qualitäten wie emotionale Intelligenz, Empathie und Intuition sind unverzichtbar. Ziel ist es, die Stärken von Mensch und Maschine harmonisch zu verbinden.

Was unterscheidet nun den Menschen von der KI?

Ich habe für mich 6 Unterschiede festgelegt, die wesentlich sind, um den Menschen von KI zu unterscheiden und dadurch auch die Vor- und Nachteile im Groben zu skizzieren:

Aspekt Mensch KI
Lernmethode Erfahrungsbasiert, sozial, durch Fehler und Versuch Datenbankbasiert, algorithmisch, durch Mustererkennung
Anpassungsfähigkeit Langsamer, benötigt Wiederholung und Praxis Schnell, kann sofort auf Basis neuer Daten adaptieren
Entscheidungsgrundlage Emotionen, Ethik, Logik, Intuition Daten, Algorithmen, programmierte Logik
Verarbeitungsgeschwindigkeit Abhängig von kognitiver Belastung und Müdigkeit Konstant, nur durch technische Limitationen begrenzt
Emotion Kann fühlen, besitzt Empathie und emotionales Bewusstsein Besitzt keine Emotionen oder Bewusstsein
Ethik und Werte Handelt basierend auf kulturellen und persönlichen Werten Handelt basierend auf programmierten Algorithmen und Daten

Je nach Arbeitsauftrag ist entweder der Mensch oder die KI gefragt, um ein effektives Ergebnis zu erarbeiten. Welche Rolle zu präferieren ist, hängt dabei stark von dem jeweiligen Auftrag und Ziel ab. Es öffnet die Tür für eine neue Synergie zwischen Mensch und Maschine.

Nehmen wir das Gesundheitswesen als Beispiel: Ein Arzt könnte mit einer KI zusammenarbeiten, um eine optimale Behandlung für den Patienten zu finden. Die KI könnte riesige Datenmengen analysieren, während der Arzt seine langjährige Erfahrung und sein intuitives Verständnis für den Patienten einbringt. Gemeinsam könnten sie viel effizienter und präziser arbeiten als jeder von ihnen alleine. Die KI generiert Daten, und der Arzt kann empathisch auf den Patienten eingehen.

Der unvergleichliche menschliche Touch

Immer wieder höre ich von Kolleg:innen, dass es einerseits zwar effizient ist, KI einzusetzen, es gleichzeitig aber auch Angst macht. Was ist, wenn es uns bald nicht mehr braucht? KI kann und sollte uns nicht komplett ersetzen. Klar ist auch, eine KI ist nur so effektiv wie die Menschen, die mit ihr arbeiten. Schulungen können diese Ängste abbauen und zu einer besseren Teamzusammenarbeit führen. Wir müssen den Menschen lernen, was ein LLM (Large Language Model) ist und wie man es anwendet, welche Risiken es in sich birgt und wo die Grenzen liegen. Dadurch kann die Angst abgebaut werden. Denn am Ende ist klar, es ist die Kombination aus KI und menschlichen Qualitäten, die den echten Mehrwert bietet.

Wie gehen wir es an?

Es ist an der Zeit, in unseren Unternehmen neu zu denken. Wie können wir das Beste aus KI herausholen? Wo sind ihre Grenzen? Und vor allem: Wie sorgen wir für eine echte Zusammenarbeit zwischen KI und uns Menschen, statt eines Konkurrenzverhältnisses zwischen beiden Ebenen? Als Expert:innen müssen wir den Menschen die Sorge vor KI nehmen. KI ist keine Bedrohung, sondern ein wertvolles, neues Teammitglied. Lasst uns der KI einen festen Platz in unseren Teams geben.

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