KI im Unternehmen: Der Changeprozess, den wir ernst nehmen müssen.

In vielen Unternehmen herrscht Aufbruchsstimmung. Die Personalentwicklungsabteilungen spüren den Druck. Chat GPT und die jüngste revolutionäre Weiterentwicklung der generativen KI haben viele zum Nachdenken gebracht. Während einige bereits ihre Prompts selbst optimieren und eigene Skripte dazu schreiben, überlegen andere noch ob sich ein Zugangslogin überhaupt lohnen mag. Eines ist klar – in den Unternehmen kommt langsam die Dringlichkeit zum Vorschein. Jeder will wettbewerbsfähig bleiben und so fragen sich bereits viele Unternehmen nach möglichen Anwendungsszenarien. Schnell muss ein Workshop her und dann ist doch alles geklärt – oder?

Die Integration von Künstlicher Intelligenz ist kein kurzes und einfaches Unterfangen, das man „noch schnell vor Feierabend“ erledigen kann. Stattdessen ist es ein tiefgreifender Changeprozess, der langfristige Planung, Ressourcen, Engagement und eine durchdachte Strategie erfordert. Wahrscheinlich ist es sogar der Anfang des tiefgreifendsten Changeprozess, den wir bisher in unseren Unternehmen erlebt haben. Doch wo sollen wir anfangen?

Integration von KI: Mehr als nur Technologie

Die Einführung von KI ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine organisatorische und kulturelle. Sie erfordert Veränderungen in der Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, wie sie Entscheidungen treffen und wie sie mit ihren Mitarbeiter:innen, Kund:innen und anderen Stakeholdern umgehen. Auch die Arbeitsweise der Teams ändert sich dadurch grundlegend. Teams könnten mit neuen Rollen wie KI-Trainer, Datenanalysten oder Ethikbeauftragten konfrontiert werden. Um eine KI-freundliche Kultur zu etablieren, müssen Unternehmen eine Umgebung schaffen, in der Fehler als Lernmöglichkeiten betrachtet werden und nicht als Misserfolge.

Diese Veränderungen können schwierig und herausfordernd sein, aber sie bieten auch enorme Chancen für Innovation, Effizienzsteigerung und Wettbewerbsvorteile.

Risiken und Hindernisse

Kritisch Hinterfragen müssen wir insbesondere potenzielle Risiken bei der Einführung von KI. Ethik, Datenschutz und die Akzeptanz von KI durch die Mitarbeiter:innen sind zentrale Themen. Es ist wichtig, dass Unternehmen proaktiv mit diesen Herausforderungen umgehen, um nicht nur Compliance sicherzustellen, sondern auch das Vertrauen der Mitarbeiter:innen zu gewinnen. Auch die Einbindung des Betriebsrates ist ein wesentlicher Bestandteil.

Schaffen einer KI-freundlichen Unternehmenskultur

Um diese Chancen zu nutzen, ist es unerlässlich, dass wir den Prozess der KI-Implementierung ernst nehmen. Das bedeutet, dass wir uns die Zeit nehmen müssen, um unsere Ziele zu klären, eine durchdachte Strategie zu entwickeln, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen und potenzielle Risiken und Hindernisse zu identifizieren und zu adressieren. Es bedeutet auch, dass wir offen und transparent über den Prozess kommunizieren, Feedback einholen und bereit sind, unsere Pläne und Ansätze anzupassen, wenn sich die Bedingungen ändern. Kurzum, wir müssen endlich eine agile Lernkultur schaffen!

Wie gehen wir also vor wenn wir in die Tiefen der künstlichen Intelligenz eintauchen wollen und die wichtigen Anwendungsmöglichkeiten für unsere Unternehmen erforschen?

Die Antwort ist simpel, wenn auch manchmal nur schwer zu ertragen: Wir müssen die Technologie zuerst kennen, bevor wir sie anwenden können. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wir uns die Zeit nehmen müssen in die Thematik einzutauchen und uns damit im Kollektiv auseinandersetzen.

Stellen Sie sich vor, wir wären in den Anfangszeiten des Internets und hätten nach möglichen Anwendungen gefragt. Sicherlich hätten wir einige Ideen gesammelt, aber wären diese ohne ein tiefes Verständnis der Technologie wirklich revolutionär gewesen?

Wir müssen uns vor der Sammlung von Anwendungsmöglichkeiten mit der Technologie selbst auseinandersetzen. Haben wir die Vorteile einen Schritt weit erkannt, können wir uns viel intensiver mit den Möglichkeiten befassen.

Warum reicht dafür ein einfacher Workshop nicht aus?

Künstliche Intelligenz ist nicht nur ein Werkzeug, sondern eine transformative Technologie. Ein einmaliger Workshop mag zwar einen Überblick bieten, reicht jedoch nicht aus, um den vollen Umfang und die Tiefe des Themas zu erfassen.

Ein kurzer Blick auf die Bloomsche Taxonomie zeigt: Möchten wir etwas evaluieren und danach neu erstellen, müssen wir es zuerst wissen, verstehen, anwenden und analysieren. Erst dann sind wir im Stande auch nötige Evaluierungsmaßnahmen vorzuführen und uns mit neuen Ideen auseinanderzusetzen.

Daher sind wir darauf angewiesen uns mit der Technologie auseinanderzusetzen und sie in unser tägliches Handeln zu integrieren, um dadurch neue Ideen zu generieren. Wie können wir also vorgehen?

Der Schlüssel zur erfolgreichen Implementierung:
Schaffung eines tiefen Verständnis von KI

Langfristige Weiterbildungsprogramme

Anstelle eines einmaligen Workshops könnten regelmäßige Schulungen angeboten werden, um das Verständnis zu vertiefen und mit den rasanten Entwicklungen in der KI Schritt zu halten.

Interdisziplinäre Teams bilden

Das Zusammenbringen von IT-Fachleuten mit Experten aus anderen Bereichen, z. B. Marketing, Finanzen oder HR, können innovative Lösungsansätze fördern.

Reale Anwendungsfälle erarbeiten

Durch das Bearbeiten echter Projekte können die Mitarbeiter:innen praxisnahe Erfahrungen sammeln und gleichzeitig den Mehrwert der KI für das Unternehmen demonstrieren.

Feedbackschleifen einrichten

Die regelmäßige Sammlung von Feedback hilft, Lerninhalte anzupassen und den Schulungsprozess zu verbessern.

Die Zukunft mit KI gestalten

Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass die Einführung von KI eine einfache Aufgabe ist, die wir „noch schnell vor Feierabend“ erledigen können. Stattdessen müssen wir den Prozess der KI-Implementierung als das anerkennen, was er wirklich ist: ein tiefgreifender Changeprozess, der Engagement, strategisches Denken und kontinuierliche Anpassung erfordert. Nur so kann jede und jeder Mitarbeitende die Vorteile von KI voll ausschöpfen und unsere Unternehmen für die Zukunft rüsten.

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