Lernen durch Smart Learning Environments

Smart Learning ist heute in vieler Munde. Aber was bedeutet Smart Learning als Lernmodell eigentlich und wie lässt es sich in das betriebliche Lernen integrieren?

““Smart” is a new notion coined to describe technological, economic and social developments enabled by technologies that rely on sensors, big data, open data, new ways of connectivity and exchange of information (e.g., Internet of Things, RFIDs. Wearable Technologies)” (1). Es ist weniger die Technologie an sich, die Smart Learning ausmacht, als die Verbindung unterschiedlicher Technologien und Welten, die sich miteinander vernetzten, synchronisieren und interagieren um Lernende zu unterstützen (4).

Durch den Umschwung und den immer wieder eingangs erwähnten Veränderungsprozess, stehen wir vor der Herausforderung neue technische Vielfalten in unsere Organisationen miteinzubeziehen. Wir brauchen flexiblere und unabhängigere Lösungen, die zu jedem Zeitpunkt aufgerufen werden können und auch zu einer Interaktion einladen. Diese Systeme müssen sich auf einer Metaebene gesehen, wie bereits im Beitrag zu New Learning Ecosystems, nicht nur in der gesamten Landschaft der Bildungseinrichtungen etablieren, sondern auch mit betrieblichen Ecosystems verschmelzen.  Lernen muss also neu gedacht werden – na wer hätte das gedacht?

Somit sind Smart Learning Concepts Lernkonzepte, die in solchen Ecosystems Fuß fassen könnten. Es vereint digitale und analoge Lernkonzepte ineinander und schafft Lernerlebnisse auf einer neuen Ebene. Es werden dabei nicht nur Barrieren durchbrochen, die ein flexibles und ortsunabhängiges Lernen ermöglichen. Das Lernerlebnis wird hier durch die Aktivierung mehrerer Sinne gleichzeitig auf eine neue Ebene gestellt. Lernprozesse werden dadurch viel dynamischer und aktiver gestaltet.

Lernräume können verschmelzen und heften den Raum an das Individuum und weniger an einen physischen Raum.

“The environment is not restricted only to formal educational activities, but also encompasses informal learning opportunities that result in improvement of the learners’ overall knowledge and skill levels.” (2). Smart Learning Environments integrieren dabei informelles und formales Lernen in eine neue Lernwelt und das ganz individuell abgestimmt. Lerninhalte, Tools und Anregungen werden dadurch zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Platz und in der richtigen Form abgerufen (2). 

Sirkka Freigang formuliert hierzu sieben Teilbereiche aus, die Smart Learning Environments auszeichnen (3):

  1. Ausstattung
  2. Ansprechende Architektur
  3. Integrierte Technik
  4. Vorinstallierte Werkzeuge
  5. Intelligente Zentraleinheit
  6. Nachhaltigkeit
  7. Mobilität und Interoperabilität

All diese Teilbereiche heben Smart Learning Enviroments in eine neue Lernebene. Kinshuk sieht hierzu drei wesentliche Bereiche, die Smart Learning Environments von anderen fortgeschrittenen technischen Lerntheorien unterschiedet (2):

  • Full Context Awareness

Lernen wird in einem vollen Kontext gesehen. Alle Räume, ob digital oder real, verschmelzen miteinander und interagieren miteinander. Ein Skelettständer steht physisch im Raum, während über ein Tablet Muskelpartien digital darüber gezogen werden und die Blutlaufbahn direkt am „lebenden“ Objekt sichtbar gemacht wird. Zeitgleich schlägt eine Info auf dem eigenen Lernplatz etwas themenspezifisches vor, eine Notiz wird mit einem Stift geschrieben und die Notiz wird digital allen Lernenden zur Verfügung gestellt.

Lernen wird in einem Gesamtkontext gesehen, der weit über das traditionelle Schulverständnis hinaus geht.

  • Big Data and Learning Analytics

Das analysieren individueller Lernprozesse verbirgt natürlich einige Gefahren bezüglich des Datenschutzes. Andererseits bringt es auch viele Vorteile. Wenn Lerninhalte so individuell aufbereitet werden, dass sie für jeden Lerncharakter passend beworben werden können, wird die Lernbarriere wesentlich verringert und führt zu größerer Nachhaltigkeit.

  • Autonomous decision making

Durch Smart Learning Environments können Lernprofile abgerufen werden, die ein ganzes Lernleben der User speichern. Dadurch können mittels KI neue Lerninhalte vorgeschlagen werden.

In Verbindung mit den ersten beiden Punkten erschaffen wir dadurch einen individuellen Lernraum, der uns als Lernende genau kennt und uns Inhalte je nach Interesse zur Verfügung stellt und diese Inhalte individuell anpasst und zurechtlegt. Wir müssen nur noch nach dem Inhalt greifen, der vor unserer Nase zurecht gekaut wurde. Lernen on Demond wird dadurch erst sinnvoll ermöglich.

Wie könnten die Anwendungen nun in der Praxis konkret aussehen?

Stellen wir uns einen Servicetechniker vor, der gerade vor einer schwierigen Reparatur steht. Eine smarte Brille sammelt die Daten des zu reparierenden Objektes vor ihm und bearbeitet diese über das IoT. Es werden Reparaturvorschläge über die Brille in die Realität augmentiert. Der Servicetechniker klickt sich durch die Vorschläge repariert nach Anleitung. Gleichzeitig wird der Inhalt aber auch für das nächste Mal mitgelernt, denn Lernen findet jetzt on Demond statt und ist daher nachhaltiger – das gelernte ist leichter erneut abrufbar, da es direkt in der Praxis erlernt wurde. Solche Szenarien sind längst keine Phantasie mehr.

Thyssenkrupp ist hier definitiv einer der Vorreiter: https://www.youtube.com/watch?v=gNWmU-9DJ4E

Der Vorteil von Smart Learning Environments liegt sicher in der Individualisierung der Lerninhalte. Aber auch die Verschmelzung des digitalen Lernstoffes in die Realität bringt einen entscheidenden nachhaltigen Vorteil mit sich. Lernen wird angreifbar und der Spaß kommt durch den Gamification-Faktor auch nicht zu kurz.

Nur Lernen müssen wird dann noch selbst!

Literatur:

(1) Giannakos, M.; Sampson, D.; Kidzińsk, L. (2016): Introduction to smart learning analytics: foundations and developments in video-based learning . In: Smart Learning Environments, Nr. 3, S. 1 -9, https://slejournal.springeropen.com/track/pdf/10.1186/s40561-016-0034-2.pdf.

(2) Kinshuk (Hergs.) (2016): Evolution Is not enough: Revolutionizing Current Learning Environments to Smart Learning Environments. S. 561-581. In:  International AIED Society (2016): International Journal of Artificial Intelligence Education. Nr. 26. Springer. 

(3) Freigang, S. (2015): Was ist ein „Smart Learning Environment“? In: https://sirkkafreigang.com/2015/10/08/was-ist-ein-smart-learning-environment/ [09.01.22].

(4) Sasson, I., Yehuda, I., Miedijensky, S. & Malkinson, N. (2021): Designing new learning environments: An innovative pedagogical perspective. In: The Curriculum Online Journal. 33(1). 1/21.

(5) Chang, M., Popescu, E. & Kinshuk. (2018): Challenges and solutions in smart learning. Lecture Notes in Educational Technology. Springer.

(6) Mulyadi, D., Huda, I. & Gusmian, I. (2022): Smart Learning Environment (SLE) in the Fourth Industrial Revolution (IR 4.0): Practical Insights Into Online Learning Resources.  International Journal of Asian Business and Information Management. 13(2). 1/23.

Adventskalender der Smart Learning Pirates

Heuer haben wir uns etwas Besonderes für euch überlegt. Als Smart Learning Pirates, haben wir, Sirkka Freigang, Leonie Barenbrock, Svenja A. Hallerberg, Corrina Braun, Susanne Opel, Julia Bansen, Maria Elisabeth Matthäus, Fransziska Richter, Martina

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