Alle die mich kennen wissen – ich liebe Barcamps. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass wir endlich wieder eines als Corporate Learning Community veranstalten dürfen. Gemeinsam mit dem Orga-Team der CLCA (Herwig Kummer, Clemens Stieger, Hannes Amon, Reinhard Bacher und ich) durften wir in den Räumlichkeiten des ÖPWZ in Wien den Tag gestalten.
Natürlich durfte dabei auch unser Podcast-Studio nicht fehlen. Dort habe ich es schon direkt ins Mikro gesagt und das bleibt auch mein Fazit: Es war verdammt lustig, wahnsinnig inspirierend und einfach „Barcamp pur“. Genau das macht dieses Format für mich aus: Es holt uns aus dem Alltag, schafft Zeit für echte Begegnungen auf Augenhöhe und lässt Themen zu, die genau in diesem Moment entstehen.
Hier sind meine persönlichen Nuggets und Aha-Momente, die ich aus den Sessions mitgenommen habe:
1. KI ist keine Zukunftsmusik, sondern Infrastruktur
In der Session zum Thema KI wurde eines ganz deutlich. Wir können nicht mehr warten! Vor 16 Jahren sprachen wir bei Software-Zyklen noch von 5 bis 6 Jahren. Heute? Heute sprechen wir von 12 Stunden.
Das Tempo ist enorm, aber die Botschaft ist eindeutig. Wir sollten nicht auf Strategien und Prozesse warten, sondern einfach starten und uns damit auseinandersetzen. KI wird zu unserer Infrastruktur werden. Die Frage ist nicht mehr „Ob“, sondern „Wie“ wir unsere Skills anpassen, um diesem Wandel standzuhalten. Es zwingt uns, schneller zu werden, aber das hat auch Vorteile, weil wir flexibler aufspringen können.
2. Wissen bewahren, wenn Experten gehen
Ein echtes Highlight war für mich die Session zum moderierten Wissenstransfer (Danke an Silke für den Deep Dive!). Wir kennen das alle. Diese eine Expertin/dieser eine Experte verlässt das Unternehmen und wertvolles Wissen droht verloren zu gehen. Hier haben wir uns das Modell des moderierten Wissenstransfers angesehen, das auch Simon Dückert geprägt hat (auch zu finden als LernOS). Es geht nicht nur um eine Übergabe von Wissen, sondern um einen strukturierten Prozess:
- Vorgespräch: Erwartungen klären. Will der Experte/die Expertin überhaupt teilen?
- Persönliche Wissenslandkarte: Wir schauen uns die Historie, die Tätigkeiten und – ganz wichtig – die Wissensgebiete an.
- Transferplan: Wie bringen wir das implizite Wissen (das, was man „einfach so weiß“) in explizites Wissen für den Nachfolger? Besonders spannend fand ich den Gedanken, solche Wissenslandkarten vielleicht schon viel früher, etwa im Onboarding oder bei High-Risk-Positionen, einzusetzen.
Natürlich kam mir hier gleich der Gedanke den Prozess mit KI zu verbinden und einen Customized Chatbot aus dem Wissen zu generieren.
3. Müssen wir den Begriff „Lernen“ abschaffen?
In einer weiteren Session wurde es fast philosophisch. Wir haben diskutiert, warum der Begriff „Lernen“ oft so negativ behaftet ist. Viele verbinden damit immer noch Schule, Druck und „Müssen“. Brauchen wir vielleicht ein Rebranding? Sollten wir statt von einer Learning Community eher von einer Corporate Success Community sprechen? Wenn wir uns intrinsisch motivieren wollen, müssen wir weg vom „Lernen müssen“ hin zum „Entwickeln wollen“.
Neben vielen weiteren Sessions haben Herwig und ich uns auch dem Thema Podcast gewidmet. Hier die Folge zum Barcamp in Wien: CLP188: Stimmen vom #CLC25 in Wien – Corporate Learning Community
Ein Blick nach vorne
Neben den fachlichen Themen haben wir auch gefeiert: Es gab eine Weltpremiere des neuen CLC-Logos und wir, die CLC haben das neue Buch „15 Jahre Corporate Learning Community“ präsentiert (ja, die CLC sind jetzt Buchautor!).
Aber nach dem Camp ist vor dem Camp. In unserer Abschlussrunde im Podcast-Studio haben wir uns schon die Frage für das nächste Jahr gestellt: Woran wollen wir forschen? Wir haben die Idee einer gemeinsamen Forschungsreise geboren, um Personalentwicklung aktiv in die Zukunft zu schicken.
Danke an alle, die dabei waren, ob als Teilgebende, Session-Hosts oder stille Zuhörer. Ihr macht diese Community zu dem, was sie ist.



