Prototyping als Game Changer in der Content Erstellung

Immer wieder stellt sich in der Praxis heraus, dass wir zu wenig miteinander reden. Jeder Stakeholder hat seine Vorstellung zu einem Projektziel. Im Blogbreitrag rund um Projektmanagement wurde bereits beschrieben, dass wir es nur dann schaffen ein Projekt erfolgreich abzuschließen, wenn wir ein gemeinsames Bild von unserem Projektziel erzeugen. Doch auch wenn wir ein gemeinsames Ziel verinnerlicht haben, heißt es noch lange nicht, dass der gewählte Weg zum gewünschten Ziel des Lerneffektes führt. Es kommt sogar vor, dass sich das Ziel durch den gewählten Weg ändert. Wie soll man da noch ein erfolgreiches Training konzeptionieren?

Um in möglichst kurzer Zeit, mit möglichst geringem Aufwand festzustellen ob ein gemeinsames Projektziel durch einen gewählten Weg erreicht werden kann oder nicht, ist Prototyping ein wichtiger Schritt in der Konzeptentwicklung. Die Idee entsprang eigentlich der Fertigung in den 80er Jahren und bildet einen fixen Bestandteil im Design Thinking Prozess. Unter Prototyping in der Trainingserstellung verstehen wir die grobe Visualisierung eines Lernpfades.

Welche Vorteile bringt uns das frühe Prototyping?

Durch die visuelle Darstellung des Lernpfades schaffen wir es, den Lernweg greifbarer zu gestalten. Dadurch wirkt das Konzept nicht nur wie niedergeschriebene Worte, sondern es wird lebendig und greifbarer. Es ermöglicht ein gemeinsames Betrachten der einzelnen Schritte, die auf dem Lernweg zurückgelegt werden und schafft so eine Basis um grundlegende Fragen zu klären. Anforderungen der Stakeholder können dadurch überprüft und auf die zuvor festgelegen Zielgruppen eingegangen werden. Am Ende eines Prototyping-Prozesses haben im Idealfall alle Beteiligen dasselbe Bild eines entwickelten Projektes. Die Machbarkeit des Projektes kann ohne viel Aufwand schnell überprüft werden und dient am Ende als Vorlage für die Umsetzung des eigentlichen Projektes.

Was passiert wenn sich durch den Prototyp herausstellt, dass das Projekt so nicht durchführbar ist?

Erkennen wir in der Prototypphase, dass ein Projekt so wie es geplant ist nicht durchgeführt werden kann, haben wir auf ganzer Linie gewonnen. Denn dadurch hat der Prototyp seinen Zweck erfüllt und es geschafft Zeit und Energie zu sparen, die wir für die Umsetzung benötigen. Das Prototyping ist ein iterativer Prozess. Wird durch den Prototyp festgestellt, dass das Projekt konzeptioneller Änderung bedarf, springen wir von der Prototyping-Phase direkt zurück in die Konzeptionierung, wie es auch in einem Design Thinking Prozess vorgesehen ist. Diese Schritte können so lange wiederholt werden, bis der Prototyp den Ansprüchen der Bedarfsanalyse entspricht und freigegeben wird.

Mit welchen Methoden kann ich Prototyping betreiben?

Das Wort Prototyping wird auch umschrieben als “mit den Händen weiter denken”. Bei einem Prototyping achten wir deshalb darauf die geschrieben Konzepte auf einer anderen Ebene zu betrachten und in die Umsetzung zu bringen. Dadurch entsteht ein konkreteres Bild des Lernpfades. Deshalb recht und ein geschriebenes Wort nicht aus.

Um der Idee Leben einzuhauchen gibt es daher verschiedene Möglichkeiten:

1. haptischer Prototyp

Prototypen können mit Hilfe von Stiften, Klebeband, Bundpapier, aber auch Knete oder Lego dargestellt werden. Auch Lego Serious Play eignet sich hervorragend um eine Learning Journey darzustellen. Empfohlen ist dies besonders für große Projekte, bei denen es die Zeit erlaubt einen zeitintensiveren Workshop durchzuführen.

2. visueller Prototyp

In der Praxis ist es oft nicht schaffbar jede Learning Journey im Rahmen eines Lego Serious Play Workshops durchzuführen. Auch Klebeband und Papier sind nicht für alle Businessschichten zugängliche Methoden. Deshalb bieten sich bei Kleinprojekten gerne visuelle Prototypen an, auch weil diese in einem Remote Setting jederzeit mittels Miro Boards durchgeführt werden können. Gleichzeitig haben alle Beteiligen auf diesem Board Zugriff auf das digitale Whiteboard. Ein visueller Prototyp kann aber auch durch Foto-Collagen, Zeichnungen oder Malereien auf einem Stück Papier dargestellt werden. Sketchnotes bewähren sich konkret in der Prototyperstellung von Lernpfaden.

Empfehlenswert ist es Sketchnotes oder auch Zeichnungen direkt auf Post-its zu schreiben, da dadurch das verschieben und verändern des Gesamtwerkes ermöglicht wird. Auf den Prototyp kann so iterativ eingewirkt werden. Benutzen wir ein digitales Whiteboard wie Miro, ist ein verschieben der einzelnen Elemente ohnehin möglich.

3. interaktiver Prototyp

Auch Interaktion kann eine Form des Prototypings darstellen. Es ist nicht zwingend notwendig einen Prototyp verbildlicht darzustellen. Auch durch die Benutzung des Raumes und die Interaktion kann ein Prototyp erstellt werden. Dies kann beispielsweise durch Rollenspiele oder mittels Sesselspielen geschehen.

Wann verwendet man welche Methode?

Die Wahl der Methode variiert je nachdem welches Projekt behandelt wird und welche Stakeholder mitwirken. Auch wenn Lego Serious eine gute Wahl zur Prototyperstellung ist und den Kreativitätsprozess durch den natürlichen Spieledrang intensivieren kann, ist im Arbeitsalltag die digitalisierte Sketchnote-Methode meist am effektivsten. Insbesondere dann, wenn das Unternehmen ohnehin sehr global tätig ist und die Kommunikation meist über den digitalen Weg abgewickelt wird. Es empfiehlt sich in jedem Fall genau abzustecken welche Unternehmensphilosophie vorherrscht, wie offen Teammitglieder in Projekten und Kreativprozessen arbeiten und welche Projekte dargestellt werden wollen.

Wie startet ein Prototyping?

Zu Beginn des ersten Prototypen zeigt sich oft eine allgemeine Verunsicherung. Angst davor etwas falsch zu machen, oder nicht kreativ genug zu sein, sind oft Hinderungsgründe.

Auch die allgemeine Überzeugung “Das brauchen wir nicht, wir wissen ja e wie das Produkt am Schluss aussehen soll!” hindern oft die Arbeit an Prototypen.

Meist sind es gerade diese Statements die im Vornherein zeigen, dass diese Projekte am Ende scheitern werden. Zu Beginn bedarf es ein wenig Übung Prototypen zu erstellen. Daher empfiehlt es sich bei den ersten Projekten auf Anleitungen oder geführte Coaches zurück zu greifen. Man bekommt mehr Gefühl für die Methode und die Angst etwas falsch zu machen verfällt. Will man es alleine versuchen ist man gut beraten nicht zu viel darüber nachzudenken, sondern es einfach zu versuchen. Nehmen Sie sich ein Stück Papier und malen Sie drauf los. Drücken Sie die Knete, oder setzen Sie Ihren ersten Stein auf die Legoplatte. Im Prototyping ist nichts falsch. Versuchen sie durch ihre gewählte Methode den Prozess/Lernpfad darzustellen und überlegen sie sich gut, wie sie die Ziele die in jedem Lernprozess angestrebt werden, erreicht werden können. Nehmen Sie die Bedarfsanalyse zur Hand und versuchen Sie die Eingangsfragen der Bedarfsanalyse mit dem Prototypen zu klären:

– Wie gehen Lernende in den Lernpfad hinein?

– Wie sollen die Lernenden aus dem Lernpfad heraus kommen?/ Welche Veränderung macht sie aus?

– Welche Skills erlernen die Lernenden wann auf dem Weg des Lernpfades?

– Warum erlernen Sie manche Skills vorher und manche später?

– Wie setzt sich das Gelernte zusammen und welche Stufen der Bloomschen Taxonomie sollen erreicht werden?

– Können Lernprozesse innerhalb des Weges verschoben werden? etc.

Beobachten sie ihren Prototypen kritisch und präsentieren sie ihn dann ihrem Team. Idealerweise versucht jedes Teammitglied zuerst selbst seinen Prototypen zu entwickeln, bevor in einem weiteren Schritt abgeglichen wird. In der Praxis ist das nicht immer realisierbar, weshalb sich eine gemeinsame Bearbeitung des Prototypen anbietet. Spätestens im Prozess des Prototypings wird die Rechtfertigung des Prozesses sichtbar. Es ergeben sich Fragen, neue Blickpunkte und Ansätze, die davor meist nicht beachtet wurden und zu neuen Erkenntnissen führen. Diese fruchten iterativ in ein neues Konzept und bilden die Basis für einen verbesserten Prototypen.

Probieren geht über studieren – also einfach ausprobieren. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung und freue mich auf Nachrichten!

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